» Und was hast du für deinen Kopf getan … «

Thomas Bubendorfer ist der erfolgreichste Schriftsteller unter Extrembergsteigern weltweit. Er hat bis heute sieben Bücher geschrieben, selbstverständlich selbst (das ist bei Bergsteigern nicht üblich). Schon sein mit 22 Jahren erschienenes Erstlingswerk „Der Alleingänger“ wurde drei Mal neu aufgelegt. Zwei Jahre später verglich die deutsche Presse sein zweites Buch „Mount Fitz Roy – die Qualität des nächsten Schrittes“ mit „Zen in der Kunst ein Motorrad zu warten“. Das Buch hatte ebenfalls drei Auflagen.

Sein für ihn bis heute wichtigstes und auch sein erfolgreichstes Buch ist „Senkrecht gegen die Zeit – Die Eroberung des Unsichtbaren“ (1995) mit fünf Auflagen. Jahre nach seinem schweren Unfall geschrieben, ist es eine in wesentlichen Teilen in der dritten Person gehaltene Allegorie über das Auf und Ab des menschlichen Lebens.

Zu seinen jüngsten Werken zählen der Bild-Textband „Ausgangspunkt Jetzt“ (2008) und sein nur in China erschienenes Buch „Das Leben ist wie das Bergsteigen“ (2012), in dem er Bezüge herstellt zwischen seiner westlichen Leistungsphilosophie und der chinesischen Kultur von heute. Das für chinesische Verhältnisse sehr teure Buch hat bereits zwei Auflagen und es gibt eine Paperback Version davon.

© Thomas Bubendorfer 2019

Ausgangspunkt jetzt

Der Ausgangspunkt für das neue Buch ist die Erkenntnis des Extrembergsteigers Bubendorfer, dass Ziele (die hier metaphorischen Gipfel) zwar gesetzt, dann aber gleichsam „vergessen“ werden müssen, denn Gipfel, kleine wie ganz große, besteigt man Schritt für Schritt, man besteigt sie in der Gegenwart, eben – Jetzt!

Der Gipfel ist auch kein Endziel, so wenig wie der einzelne Schritt ein Endziel ist.

„Es gibt nur Ausgangspunkte, jetzt und hier“, sagt Thomas Bubendorfer, und schreibt in 13 Kapiteln über Mut, Angst, Freude, Sinn, über Ziele und Verantwortung, Erfolg und Risiko, und viele Themen mehr, die jeden Menschen ansprechen.

 

Das Buch hat 122, großteils unveröffentlichte Farbfotos von Expeditionen aus Alaska, Pakistan, Argentinien, Nepal und Tibet, sowie sehr spektakuläre Aufnahmen von Besteigungen gefrorener Wasserfälle in den Jahren 2002 bis 2006.

Senkrecht gegen die Zeit

„Senkrecht gegen die Zeit“, Thomas Bubendorfers wichtigstes und sein Lieblingsbuch erschien nach einer literarischen Schaffenspause von acht Jahren 1995 im HERBIG VERLAG, München. Diese acht Jahre hatten Thomas Bubendorfers Leben durch seinen schweren „Arbeitsunfall“ bei Werbeaufnahmen besonders stark geprägt. Er hatte seine „Unschuld“ verloren und seine Sterblichkeit und Fehlbarkeit erfahren.

Mit bleibenden Verletzungen, wie einem steifen Sprunggelenk, jemals wieder Extrembergsteigen zu können, geschweige denn schwierigste Wände in seinem besonderen Stil, dem seilfreien Alleingang schaffen zu können, erschien lange Zeit unmöglich. Daß und wie er es geschafft hat, darum geht es in „Senkrecht gegen die Zeit“ in drei großen Kapiteln, die Abstieg, Katharsis und Aufstieg symbolisieren.

Bubendorfer behandelt sich selbst darin in der dritten Person (bis auf die letzte Seite), weil ihm das Ich zu nahe ist, weil ihm Er, der zerschmettert nach dem Absturz, monatelang im Spital liegt und auf Krücken geht, der in der Folge zwei Mal (erstmals!) am Berg scheitert und später doch seine schwierigsten Alleingänge schafft, einerseits zu fern ist und andererseits auch zu fremd, als daß er Ihn in der ersten Person hätte beschreiben können. Außerdem erscheint ihm, Thomas Bubendorfer, sein Auf- und Absteigen als nichts Ungewöhnliches, sondern ist im Gegenteil ein dem menschlichen Leben zugrunde liegendes Prinzip.

© Thomas Bubendorfer 2019
© Thomas Bubendorfer 2019

Die Kraft die uns nach oben trägt

In der Reihe „SichtWeisen“ erschien im Coppenrath Verlag 2007 ein kleines bebildertes Buch mit Sinnsprüchen, die in und durch die Berge entstanden sind.

Vergriffen!

Die Qualität des nächsten Schrittes

1986, nach der ersten Alleinbesteigung der „Amerikaner Route“ am Mount Fitz Roy in Patagonien, erscheint „Mount Fitz Roy - Die Qualität des nächsten Schrittes“, im Orac Verlag in Wien. Hier zeigt sich bereits Thomas Bubendorfer ́s Neigung zu Literatur und Philosophie. Im Vordergrund steht nicht mehr das reine Bergsteigen (wie im „Alleingänger“), sondern die Symbolik der Berge und die allgemeingültige Wahrheit, die menschlichem Tun zugrunde liegt. So wurde „Die Qualität des nächsten Schrittes“ auch in der deutschen Presse mit dem Kultbuch der 80er Jahre: „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten“, verglichen. In zwei Auflagen wurden 17.000 Stück verkauft. Das Buch ist nicht mehr im Handel erhältlich.

Vergriffen!

© Thomas Bubendorfer 2019
© Thomas Bubendorfer 2019

Solo

1987 erscheint „Solo“, ein Bildband. Obwohl ästhetisch gelungen, ist Thomas Bubendorfer mit diesem Buch nicht sehr glücklich. Er hat es immer für ziemlich überflüssig gehalten. Es ist (Gott sei Dank) auch nicht mehr im Handel erhältlich.

Vergriffen!!

Der Alleingänger

1984, nach seinen auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt gewordenen Alleingängen in den großen Alpenwänden schrieb Thomas Bubendorfer von 1983–1984 sein erstes Buch: „Der Alleingänger“ (Pinguin Verlag, Innsbruck 1984). Er beschreibt darin vor allem seinen „Aufstieg“ als leidenschaftlicher Bergsteiger und die ersten Jahre und seine Erfahrungen als Profibergsteiger.

Vergriffen!

© Thomas Bubendorfer 2019
© Thomas Bubendorfer 2019

Das Leben ist wie das Bergsteigen

Nach dutzenden Vorträgen und Interviews in China und nach mehreren Expeditionen in Tibet, zwei davon zusammen mit chinesischen Bergsteigern, entstand dieses Buch von 2009–2011 in intensivem Dialog mit der chinesischen Literaturprofessorin Dr. Wenping Tang, die es ins Chinesische übertragen hat.

Thomas Bubendorfer setzt darin seine weitgehend auf westlichem Denken basierende Leistungsphilosophie der heute vor allem von quantitativen wirtschaftlichen Prämissen getriebenen chinesischen Kultur gegenüber.

Die derzeitigen Zuständen in China, vor allem die vielfältigen Ängsten der Menschen, die Thomas Bubendorfer kennengelernt hat – vom Verleger und Internet Tycoon bis zum tibetischen Bergführer – er kritisiert nicht, er stellt sie fest und versucht den Menschen Antworten auf ihre vielen Fragen zu geben auch unter Einbeziehung ihrer eigenen, uralten, heute weitgehend vergessenen Weisheiten aus dem Konfuzianismus, vor allem aber dem Taoismus.